Die kurze Antwort
Teilweise – und weniger verlässlich, als die meisten Pitches nahelegen. Das ursprüngliche GEO-Paper fand, dass Zitate, Statistiken und Quellenangaben die Sichtbarkeit einer Seite um 30–40 % steigerten: gemessen mit einer eigenen Kennzahl, in einer simulierten Suchmaschine und nur für Seiten, die bereits als Quelle ausgewählt waren. Spätere Arbeiten zeigen: Relevanz zählt am meisten, Schema hat kaum messbare Wirkung, und zitierte Quellen wechseln von Monat zu Monat stark.
In jeder GEO-Präsentation scheint dieselbe Folie zu stecken: «Studien zeigen, dass Statistiken die KI-Sichtbarkeit um 40 % steigern.» Präsentiert wird das meist wie ein Naturgesetz. Tatsächlich ist es ein einzelnes Ergebnis aus einem einzelnen Experiment, das eine ganz bestimmte Sache misst.
Wertlos ist es deshalb nicht. Es lohnt sich nur, genau hinzuschauen. Hier sind die meistzitierten Studien, was jede davon wirklich getestet hat und was Sie vernünftigerweise daraus mitnehmen können.
Das Paper hinter den berühmten 40 %
GEO: Generative Engine Optimization von Aggarwal und Kollegen erschien auf der KDD 2024. Die Autoren bauten einen Benchmark mit 10.000 Suchanfragen. Für die meisten Experimente holten sie zu jeder Anfrage die fünf obersten Google-Ergebnisse und liessen GPT-3.5 daraus eine Antwort schreiben. Dann schrieben sie eine der fünf Quellen auf unterschiedliche Weise um und massen, wie viel der Antwort ihr zugeschrieben wurde.
Ihre besten Methoden – Quellen zitieren, Zitate hinzufügen, Statistiken hinzufügen – erreichten «eine relative Verbesserung von 30–40 %» bei einer Kennzahl namens Position-Adjusted Word Count. Keyword-Stuffing brachte «wenig bis keine Verbesserung». In einem kleineren Test mit 200 Anfragen auf Perplexity schnitt das Hinzufügen von Zitaten am besten ab, mit 22 % Verbesserung bei derselben Kennzahl.
Ein weiterer Befund bekommt weniger Aufmerksamkeit: Die Gewinne waren ungleich verteilt. Quellenangaben halfen der fünftplatzierten Seite stark, während die Sichtbarkeit der erstplatzierten Seite um etwa 30 % sank. Bei fünf festen Quellen ist Sichtbarkeit ein Kuchen, den sich alle teilen. Wenn alle Statistiken einbauen, sticht niemand wegen der Statistiken heraus.
Was spätere Forschung ergänzt
Eine kritische Übersichtsarbeit zur GEO-Forschung vom Juli 2026 hat die Literatur von 2023 bis 2026 ausgewertet. Sie kommt zum Schluss, dass «thematische Relevanz und Position im Kontext die am besten reproduzierbaren Hebel sind», dass sich allgemeine Faustregeln schlecht übertragen lassen und dass «keine der untersuchten Techniken einen stabilen, längsschnittlichen, plattformübergreifenden kausalen Effekt» auf die organische Auffindbarkeit zeigt. Es handelt sich um einen Preprint, der also nicht unbedingt begutachtet wurde. Sein Fazit deckt sich aber mit dem, was die einzelnen Studien weiter unten zeigen.
Auf gut Deutsch: Die beste Antwort auf die eigentliche Frage zu sein, zählt nach wie vor am meisten. Formatierungstricks können einer Seite helfen, die bereits im Rennen ist. Ins Rennen bringen sie eine Seite selten.
Schema-Markup: Die Beweislage ist dünner als die Ratschläge
| Studie | Aufbau | Ergebnis |
|---|---|---|
| Ahrefs, Mai 2026 | 1.885 Seiten, die JSON-LD ergänzt hatten, verglichen mit etwa 4.000 ähnlichen Seiten ohne | AI Mode +2,4 % und ChatGPT +2,2 %, beides statistisch nicht von null zu unterscheiden. AI Overviews −4,6 %, ein kleiner, aber signifikanter Rückgang. |
| GEO-16-Framework, 2025 | Korrelation über 1.100 B2B-Software-URLs und drei Suchsysteme | Strukturierte Daten gingen mit Zitationen einher. Die Autoren warnen vor möglichen unbeobachteten Störfaktoren. |
| searchVIU, Dezember 2025 | Eine Testseite, ein Preis, der nur im JSON-LD stand | Keines der fünf getesteten KI-Systeme nannte diesen Preis, als es die Seite direkt abrief. |
Quellen: Ahrefs, GEO-16, searchVIU. Der einzige kontrollierte Vergleich hier, jener von Ahrefs, fand keinen nennenswerten Effekt. Er betrachtete allerdings nur Seiten, die bereits zitiert wurden, und sagt daher weniger über Seiten aus, die bei null beginnen. searchVIU selbst merkt an, dass Markup früher in der Verarbeitungskette weiterhin eine Rolle spielen kann, etwa bei Indexierung und Suche.
Googles Position ist einfach: Für AI Overviews oder AI Mode seien «keine speziellen strukturierten Daten von schema.org» nötig. Unsere Einschätzung: Pflegen Sie korrekte strukturierte Daten für die Suchfunktionen, die sie bereits unterstützen. Erwarten Sie nicht, dass sie Ihnen eine Empfehlung einbringen, und stellen Sie alles Wichtige in den sichtbaren Text.
Der Boden bleibt in Bewegung
Profound verglich die zitierten Domains für etwa 80.000 Prompts pro Plattform im Abstand von einem Monat, im Juni und Juli 2025. Ergebnis: «Etwa 40–60 % der in KI-Antworten zitierten Domains sind schon einen Monat später komplett andere» (Profound). Das ist ein Anbieterdatensatz und ein einzelner Vergleich – aber ein grosser.
Auch die Antworten auf denselben Prompt schwanken. In einer Studie von SparkToro und Gumshoe liessen 600 Freiwillige 12 Prompts insgesamt 2.961 Mal durch ChatGPT, Claude und Googles KI laufen. Die Autoren schätzen die Chance, zweimal dieselbe Markenliste zu erhalten, auf weniger als 1 zu 100. Ihr Fazit: Ein Sichtbarkeitsanteil über viele Prompts und Durchläufe ist eine vernünftige Kennzahl; eine einzelne «Rankingposition in der KI» ist es nicht.
Deshalb beweist ein Vorher-nachher-Test mit einem einzigen Prompt, einmal ausgeführt, so gut wie nichts. Unser Leitfaden zum Lesen von Veränderungen der KI-Sichtbarkeit erklärt, wie Sie einen Test sauber wiederholen.
Zählt das Google-Ranking noch?
Für Googles eigene KI-Funktionen: ja, aber weniger eng als früher. Ahrefs stellte im Juli 2025 fest, dass 76 % der Zitationen in AI Overviews aus den Top 10 stammten. Das Update vom März 2026 kam auf 38 % und führt die Veränderung auf Query-Fan-out zurück, bei dem Google verwandte Teilfragen sucht. Die Methode hat sich zwischen den beiden Studien geändert; der Vergleich ist also ein Hinweis, kein Vergleich unter gleichen Bedingungen.
Andere Assistenten überschneiden sich noch weniger mit Google. Eine Ahrefs-Analyse vom August 2025 ergab, dass nur 12 % der von ChatGPT, Gemini und Copilot zitierten Links für dieselbe Anfrage in Googles Top 10 standen. SEO hilft also, aber ein starkes Google-Ranking garantiert keine Nennung in ChatGPT.
Was wir tatsächlich damit anfangen würden
- Zuerst die Relevanz klären. Suchen Sie die Kaufentscheidungsfragen, bei denen Sie erscheinen sollten, es aber nicht tun, und prüfen Sie, ob Sie eine Seite haben, die sie wirklich beantwortet.
- Belege dort ergänzen, wo sie hingehören: echte Zahlen, benannte Quellen und Zitate von Menschen, die sich mit dem Thema auskennen. Das macht eine Seite nützlicher und entspricht dem, was das ursprüngliche Paper fand.
- Die technischen Grundlagen solide halten, aber nicht erwarten, dass Schema oder spezielle Dateien die Hauptarbeit leisten.
- Mit wiederholten Durchläufen über viele Prompts messen und nur Vergleichbares vergleichen. Ein einzelner Screenshot ist eine Anekdote.
Wenn das stark nach guter Content-Arbeit mit einer neuen Messebene klingt: Ungefähr das stützen die Belege. Unser Leitfaden zu SEO, AEO und GEO macht daraus ein Seitenbriefing.
Quellen und Kontext
Beispiele und Zahlen sind illustrativ, sofern nicht anders angegeben. Verfasst und veröffentlicht von Share of Voice, einem Produkt von Superstellar GmbH. Wir verkaufen KI-Sichtbarkeitsberichte; berücksichtigen Sie diese geschäftliche Perspektive.
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